Practicing Between Categories: A Hermeneutics of Ritual-like New Music

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James Maher

Abstract

Musiktheater, das seine formalen und wirkungsästhetischen Charakteristika aus dem Ritual ähnlichen Strukturen bezieht, ist aus den Musiktheaterentwicklungen der 1960er Jahre hervorgegangen. Nach dem Musikwissenschaftler Anthony Sheppard (2001) greifen Komponist*innen im ritualhaften Musiktheater auf Materialien zurück, die aus spezifischen „kulturellen, rituellen oder religiösen Quellen“ stammen, und adaptieren sie kompositorisch innerhalb dramaturgischer Erzählungen. Der Aufsatz problematisiert Sheppards Definition, dem eine theoretische Begründung fehlt, warum und wie Komponist*innen dieses Stils ihre Kompositionen ritualisieren. Davon ausgehend werden zwei Werke untersucht, die jenseits von Sheppards Charakterisierung innerhalb des liminalen, dazwischen liegenden stilistischen Raums stehen, der aus der amerikanischen und europäischen experimentellen Kunstmusik hervorgegangen ist.  Pauline Oliveros’ Sonic Meditations (1971) und Julian Days Super Critical Mass Project (2007-) sind zwei verwandte Werke dieser Art. Beide bewegen sich in der Schnittmenge von Theater, Neuer Musik und Performance-Kunst und setzen auf Textpartituren anstelle von traditioneller Notation. Im Gegensatz zu den Kompositionen, die Sheppard in Revealing Masks untersucht, ähneln diese Werke ästhetisch eher ritualisierten Formen des experimentellen Theaters (wie Jerzy Grotowskis „Armes Theater“) und der ritualisierten Performancekunst der 1960er Jahre. Diese Diskrepanz wird dadurch verstärkt, dass Sheppards Charakterisierung auf eine bestimmte Form des groß angelegten, ästhetisch anspruchsvollen Musiktheaters zutrifft. Deshalb ist es entscheidend, diese Lücke zu schließen und adäquate Begriffe zu entwickeln, um Werke wie diese besser zu verstehen. Durch eine induktive, multidisziplinäre, hermeneutische Methodik und unter Rückgriff auf wichtige Theorien der Performance Studies (Richard Schechner, Victor Turner) und der Ritual Studies (Catherine Bell, Ronald Grimes) zur Ritualisierung zeigt dieser Aufsatz auf, warum die beiden behandelten Werke ritualähnlich sind und trägt zu einem erweiterten Verständnis des ritualisierten Musiktheaters bei.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag
Practicing Between Categories: A Hermeneutics of Ritual-like New Music. (2021). Act. Zeitschrift für Musik & Performance, 10(1). https://openjournals.uni-bayreuth.de/index.php/act/article/view/485
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Artikel
Autor/innen-Biografie

James Maher

James Maher (Hazel) is a researcher, composer and sound-artist. In 2020, he graduated with a M. Mus (Composition) from the Sydney Conservatorium of Music. James’ research is concerned with the politics of sound, site and place, as well as the latent rituals we encounter in the realm of musical activity and socio-cultural production. Currently, he is investigating the complex relationship between the conditions of social-class, creativity, and participation within Australia’s broader arts and music cultures. James’ written work has been published in Resonate Magazine, Rehearsal Magazine, Limelight, and ADSR Zine. He has participated in various conferences and festivals such as Noisefloor (Staffordshire University, UK), Arts Incubator (Global Week, Seoul), and the International Dance Festival of Burgundy. (Stand 2021)

Zitationsvorschlag

Practicing Between Categories: A Hermeneutics of Ritual-like New Music. (2021). Act. Zeitschrift für Musik & Performance, 10(1). https://openjournals.uni-bayreuth.de/index.php/act/article/view/485

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