„Ey, was is das denn für ’n Projekt, Mann?!“ – Fack ju Göhte im WERK7 theater als Experiment für das neue deutsche Musical

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Agnes Wiener

Abstract

„Warum muss man aus allem ein Musical machen?“ Diese Frage kursierte im Sommer 2017 in deutschen Musical-Fankreisen, als die Produktionsfirma Stage Entertainment eine Bühnenadaption des Erfolgsfilms Fack ju Göhte (2013) ankündigte. Mit dem neu eröffneten WERK7 theater, einem ehemaligen Kartoffellager der Pfanni-Fabrik im Münchner Werksviertel, in dem Fack ju Göhte im Januar 2018 Premiere feierte, verband Stage Entertainment die Idee, in Deutschland eine Spielstätte für modernes Musical zu etablieren und mietete das Haus für zwei Jahre. Fack ju Göhte und die Folgeproduktion Die fabelhafte Welt der Amélie (2019) erwiesen sich als Achtungserfolg bei der Kritik. Die Anzahl der Zuschauer*innen, die zum Standort kamen, war jedoch nicht ganz zufriedenstellend, sodass Stage Entertainment den Mietvertrag nicht verlängerte.


Das Musical Fack ju Göhte und ebenso das WERK7 theater stellten aus künstlerischer und wirtschaftlicher Sicht ein Experiment dar. In der ästhetischen und dramaturgischen Konzeption des Musicals wurden Impulse aus dem US-amerikanischen Contemporary Musical und der zeitgenössischen deutschen Popmusik aufgegriffen. Die Produktion stellte außerdem hinsichtlich des Standortes und der Zielgruppe eine Erweiterung des Programms von Stage Entertainment dar.


Anhand von qualitativen Interviews sowie Forschungsliteratur zum US-amerikanischen Contemporary Musical untersucht der Beitrag die Rahmenbedingungen, den Entstehungsprozess sowie die Herausforderungen der Fack ju Göhte-Produktion im WERK7 theater. Außerdem werden inhaltliche und strukturelle Aspekte von Fack ju Göhte im Bezug auf Merkmale des Contemporary Musicals betrachtet. Der Artikel beschreibt ebenso die Vorgehensweisen in der Entwicklung von Musicals und welche Erkenntnisse sich für die Zukunftsperspektiven von original deutschsprachigen Musicals ergeben.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag
„Ey, was is das denn für ’n Projekt, Mann?!“ – Fack ju Göhte im WERK7 theater als Experiment für das neue deutsche Musical. (2023). Act. Zeitschrift für Musik & Performance, 11(1). https://openjournals.uni-bayreuth.de/index.php/act/article/view/491
Rubrik
Artikel
Autor/innen-Biografie

Agnes Wiener

Agnes Wiener studierte im Bachelor Theater- und Medienwissenschaft sowie Buchwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und schloss im März 2022 den Master-Studiengang Dramaturgie mit Schwerpunkt Musiktheater an der Theaterakademie August Everding in München ab. Seit Oktober 2021 arbeitet sie im Creative Development bei Stage Entertainment und ist außerdem als Dramaturgin im Musical-Studiengang der Theaterakademie in München tätig.

Bereits während ihres Studiums legte sie den Fokus auf die Gattung Musical und arbeitete in den letzten Jahren neben ihrer dramaturgischen Tätigkeit auch als Regieassistentin und Abendspielleitung bei Musical-Produktionen. Sie engagiert sich in der Deutschen Musical Akademie und forscht zur Entwicklung von Musicals im deutschsprachigen Raum. (Stand 2023)

Zitationsvorschlag

„Ey, was is das denn für ’n Projekt, Mann?!“ – Fack ju Göhte im WERK7 theater als Experiment für das neue deutsche Musical. (2023). Act. Zeitschrift für Musik & Performance, 11(1). https://openjournals.uni-bayreuth.de/index.php/act/article/view/491

Am häufigsten gelesenen Artikel dieser/dieses Autor/in

<< < 1 2 3 4 5 6 7 > >>